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Kassenpraxis

Als wir unsere Praxisklinik in Bad Emstal eröffnet haben, hatten wir den Wunsch auch der Bevölkerung vor Ort und in der näheren Umgebung einen einfachen Einstieg in eine moderne Heilkunst zu ermöglichen. Zu diesem Zweck haben wir eine Kassenpraxis eingerichtet, in der die kassenüblichen Leistungen angeboten werden. Diese können gezielt ergänzt und erweitert werden durch besondere Leistungen, die leider nicht im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung angeboten werden dürfen.

Hausärztliche Betreuung

Ganzheitliche Medizin in der hausärztlichen Kassenpraxis von Christoph Junge

Als seit über 20 Jahren in eigener Praxis niedergelassener Kassenarzt war und ist mir die Erweiterung meiner Tätigkeit durch Anthroposophische Medizin ein zentrales Anliegen. In dieser wird der Mensch nicht nur auf seinen Körper reduziert, sondern in seinem einzigartigen Lebenslauf als ein seelisches und geistiges Wesen betrachtet, das nach Gesundheit und Harmonie strebt. Von diesen Gesichtspunkten aus habe ich mich im Laufe der Jahre speziell auch um eine adäquate Betreuung von Gewaltopfern gekümmert, damit diese besonders gekränkten Menschen ihre Würde wieder entdecken und stärken können.

Zu diesem Zwecke habe ich die mir ohnehin schon grundlegende psychosomatische Diagnostik und Behandlung nochmals intensiviert. Denn es ist in unzähligen Studien nachgewiesen, dass Gewalt – auch wenn sie vor Jahrzehnten stattgefunden hat oder es vielleicht „nur“ psychische Gewalt war – alle sog. Zivilisationserkrankungen stark fördert. Dies kann jedoch mit möglichst früher Diagnostik und Behandlung vermieden oder zumindest erheblich gemildert werden, weil so die eigentlichen Ursachen einer Erkrankung angegangen werden und nicht nur ihre negativen Folgen.


Allgemeinmedizin mit internistischer Ausrichtung und hohem Gesprächsanteil

In meiner Praxis wird daher größter Wert auf eine „menschliche Medizin“ gelegt. Sie ist aus meiner Sicht allerdings nur mit ausführlicher Gesprächsmedizin zu verwirklichen. Ergänzt wird diese durch individuell ausgewählte Medikamente aus dem Fundus der Anthroposophischen Medizin, der Homöopathie, der Naturheilkunde und der Schulmedizin wie auch Kunsttherapie etc.


Daneben ist in meiner internistisch ausgerichteten allgemeinärztlichen Praxis eine umfängliche technische Diagnostik möglich. Neben Ultraschall mit Farbdoppler (Bauchorgane, Schilddrüse) sind EKG, Langzeit- EKG, Langzeit- Blutdruckmessung, Lungenfunktionsprüfung sowie selbstverständlich alle gängigen und fortschrittlichen Labor- Analysen alltäglicher Standard. Hierbei ist mir meine jahrelange Tätigkeit in zwei Universitätskliniken mit über zwei Jahren Intensivstation und vier Jahren Notarzttätigkeit im Alltag eine große Hilfe, auch bei der Versorgung von akuten Notfällen.


Glücklich bin ich, dass ich in der Arcadia-Praxisklinik gleichgesinnte Kollegen gefunden habe, die wie ich eine ganzheitliche Behandlung der Patienten anstreben. Gemeinsam möchten wir ein Gesundheitszentrum in Bad Emstal aufbauen, in dem Menschen aus nah und fern Unterstützung auf dem Weg zu mehr Gesundheit bekommen. Ich bin dabei in erster Linie für die Kassenpraxis und die hausärztliche Versorgung zuständig und erweitere damit das Arcadia-Angebot sehr wesentlich.


Beschränkungen in der Kassenmedizin

Leider setzt das Sozialgesetzbuch V (SGB V) für die Versorgung von Patienten in der sog. „Kassenmedizin“ folgende Maßstäbe an: „Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten.“ Ausreichend entspricht bekanntlich Schulnote 4. Dies ist für mich nicht befriedigend – und für die meisten Patienten ebenfalls nicht. Die Versorgung nach den Regeln der ärztlichen Kunst steht sicherlich auf weit besserem Niveau als lediglich „ausreichend“, nur darf sie von den Kassen in so hoher Qualität nicht übernommen werden.


Gerade eine „gute“ oder „sehr gute“ Medizin jedoch suchen doch wohl die meisten Patienten – oft vergeblich. Bei uns in der Arcadia-Praxisklinik finden Sie die Möglichkeit, eine Behandlung zu erhalten, die weit mehr als „ausreichend“ genannt werden darf.

Dazu ist aber z.B. ein Wechsel in eine Kasse nötig, die Leistungen der Anthroposophischen Medizin übernimmt (darüber informieren wir Sie gern!), oder Sie können erweiterte Diagnostik und Behandlung selbst tragen, so wie sie Ihnen wichtig erscheinen. Unser spezielles Informationsblatt erstellen wir gerne individuell für Sie bei einem Termin bei uns. Sie können es sogar Ihrer Kasse zur Prüfung vorlegen und wir freuen uns, wenn Ihre Kasse uns schriftlich zusichert, dass sie bestimmte Leistungen übernimmt. Leider ist das extrem selten, doch sollten Sie es versuchen. Setzen Sie sich für Ihre Belange und Ihre Gesundheit ein, auch bei Ihrer Krankenkasse!


Selbstverständlich erhalten Sie bei uns aber auch Behandlungen auf Kassenniveau ohne irgendeine Zuzahlung, wenn Sie das wünschen. Lassen Sie sich einen Termin für meine Sprechstunde über unser freundlich- kompetentes Team geben!

Vorsorgeuntersuchungen

Sogar in der Kassenmedizin ist es möglich, regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Bereits direkt nach der Geburt gibt es für Säuglinge und später dann für Kleinkinder und seit einiger Zeit auch für Jugendliche die Möglichkeit, den Entwicklungsstand und die Gesundheitssituation untersuchen zu lassen. Auf diese Weise können Störungen frühzeitig erkannt und ggf. beseitigt werden. Auch kann sich ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Heranwachsendem entwickeln, sodass der Jugendliche sich wenn nötig mit Fragen an den Hausarzt wenden kann, die er lieber mit diesem als mit den Eltern besprechen möchte.


Für Erwachsene gibt es dann jährliche Vorsorgeuntersuchungen, die durch zusätzliche Methoden, die Sie unter den Ausführungen zur Diagnostik finden, ergänzt werden können. Sprechen Sie uns an, welche spezifischen Untersuchungen vielleicht für Sie in Frage kommen. Wir beraten Sie gerne zu den verschiedenen Möglichkeiten.

Salutogenese

Förderung von Gesundheit - Forschungsergebnisse

In der üblichen Medizin sind unüberschaubare Kenntnisse über die Entstehung von Krankheiten (Pathogenese) vorhanden. In der sog. Schulmedizin herrscht daher der Ansatz vor: Wie kann ich die Entstehung von Krankheiten vermeiden? Sicherlich: Dies ist wichtig, und ebenso wichtig ist es, früh eine einmal eingetretene Erkrankung zu erkennen, sie zu verstehen und ihr Fortschreiten zumindest zu bremsen, wenn nicht zu verhindern oder sie zur Ausheilung zu bringen.

Doch entsteht hierbei gleich die Frage: Kommt der Ansatz der Pathogenese nicht generell zu spät? Können wir nicht Krankheiten vor ihrem Entstehen verhindern? Wie bleiben wir denn gesund? Diese Fragestellung lässt sich mit den Ergebnissen der Salutogenese-Forschung beantworten.


Salutogenese befasst sich ganz im Gegensatz zur Pathogenese nicht mit der Frage: „Warum wird der Mensch krank“, sondern mit der Fragestellung: „Was hält uns gesund?“


Aaran Antonovsky (1923 – 1994), ein amerikanisch-israelischer Professor der Soziologe, entdeckte kurz nach dem 2. Weltkrieg bei ehemaligen KZ-Insassinnen, dass 29 Prozent unter ihnen völlig gesund waren, körperlich wie seelisch. Das Ergebnis überraschte ihn so sehr, dass er weitere Forschung anschloss: Was zeichnete dieses knappe Drittel an Frauen aus, dass sie eine der furchtbarsten Lebensbedingungen, denen Menschen jemals ausgesetzt waren, heil überstehen konnten?


Diejenigen Eigenschaften, welche Antonovsky dabei ausfindig machte, nannte er Kohärenzsinn (sense of coherence). Darunter lässt sich die Fähigkeit verstehen, in jeder Lage die eigenen Ressourcen optimal aufzubauen und zu nutzen. Dann lassen sich selbst in schlimmster Bedrängnis hilfreiche, ja überlebenswichtige Kraftquellen auffinden.


Was lässt sich für uns daraus lernen? Es liegt auf der Hand, dass gerade in Zeiten familiärer, beruflicher, gesundheitlicher Bedrängnis uns Eigenschaften helfen können, die sogar die unvorstellbare Unmenschlichkeit von Zwangslagern noch überstehen helfen. Diese Eigenschaften werden unter dem Begriff „Resilienz“ zusammengefasst.


Schon bei Kindern lassen sich Unterschiede ihrer Resilienzfaktoren finden. Sehr optimistisch stimmt es, dass sowohl Kinder wie Erwachsene mit geringer Resilienz es lernen können, sie in sich selbst zu verstärken und damit auch größeren Belastungen mehr entgegensetzen zu können.


Kinder mit problematischer Kindheitsumgebung waren mit 40 Jahren in der Lage, Nachteile auszugleichen und konnten sogar resilienter werden als Erwachsene, denen vom Schicksal wenig abverlangt wurde. Wem also Resilienz fehlt, der kann sie sich erwerben!


Schon bei Kindern fielen folgende Eigenschaften auf:

hohes Selbstwertgefühl

Hilfsbereitschaft

Glaube daran, selbst etwas bewirken zu können

Jungs kamen aus einer Umgebung, in der sie Gefühle zeigen durften

Mädchen kamen aus Familien, in denen Unabhängigkeit gelebt wurde


Bei im mittleren Lebensalter stabilisierten Erwachsenen wurde festgestellt:

Lebenslange Bereitschaft zum Lernen

Formung durch Disziplin (von außen durch Militär oder durch Selbstdisziplin)

Beziehung/ Ehe mit einer stabilen Partnerin oder einem stabilen Partner

Hinwendung zu einer Glaubensgemeinschaft oder Kirchengemeinde, in der aktives Engagement verlangt wurde

Genesung von einer lebensbedrohlichen Krankheit oder einem Unfall

Psychotherapie (in einem geringeren Umfang)


Fazit:

Stark verkürzt geht es bei Salutogenese in allererster Annäherung nur um die alte Frage: Ist das Glas halb leer – oder ist es halb voll? Doch bei näherem Hinsehen geht es nicht nur um billigen Zweckoptimismus. „Think positiv“ – ja, doch reicht Salutogenese viel weiter. Denn diejenigen Personen sind resilienter, die einerseits hohen Glauben an sich selbst besitzen, andererseits sich zugestehen, dass sie Hilfsbedürftigkeit leben dürfen. Dazu kommen die Bereitschaft zu Selbstentwicklung (auch mit Hilfe anderer) und der Entwicklung von Idealen (wie durch Religion, Fragen nach Transzendenz, Philosophie etc.) und wohl etwas wie eine Art von Lebenskunst oder Lebensklugheit, ja von Glück. Doch Glück braucht unsere aktive Unterstützung, sonst verlässt es uns.


Wie machen wir unser Leben reich und wertvoll? Trotz – oder vielleicht sogar gerade wegen – der Belastungen, die uns geformt haben und uns reifen ließen, uns über unsere Grenzen zu gehen forderten, über unseren Schatten zu springen erlaubten?


„Keine Kunst, wenn man Glück hat“, wird mancher antworten. Vielleicht lässt sich Glück aber auch fördern, wie es Friedrich der Große meinte, als er gesagt haben soll: „Ich brauche Offiziere mit Fortüne!“ „Glück ist eine Eigenschaft“, doch wir können sie fördern.


Lassen Sie uns noch heute damit beginnen!

Betreuung von Gewaltopfern

Umgang mit Traumatisierungen – Was kann ich für Sie tun?

Haben Sie Erlebnisse hinter sich, die Sie schwer belasten? Bei denen sich Ihre Zunge sträubt, sie auszusprechen? Wo Sie Sorge haben, dass „so etwas“ ohnehin niemand versteht? Oder jemand damit so belastet wird, dass Sie meinen, es ihm/ ihr nicht zumuten zu können/ zu wollen?

Dann brauchen Sie vielleicht sehr dringend Hilfe. Wenn Sie sich ausführliche Gespräche mit einem Arzt wünschen, der auch Themen gut kennt, die Ihnen extrem schwierig oder sehr peinlich erscheinen, und der in der Lage ist, sich in Sie einzufühlen und Ihnen in aller Ruhe Rede und Antwort zu stehen, dann trauen Sie sich, mit uns einen Termin zu machen.

Auch Sie sind es wert, dass Sie sich selbst um sich kümmern, und es ist natürlich kein Zeichen von Unvermögen oder gar Versagen, wenn wir uns dann Hilfe suchen, wenn wir nicht weiter kommen. Im Gegenteil: Wirklich souveräne Personen können es sich zugestehen, dass sie nicht alles vermögen, dass sie allein die Welt nicht retten können, sondern sie suchen sich sogar eher rasch Hilfe. Souveränität heißt also überhaupt nicht, selbst an jeder Front kämpfen zu müssen!


Meine Erfahrungen

Nach über zwanzig Jahren mit z.T. sehr schwer traumatisierten Patienten ist mir kaum etwas unbekannt geblieben, das Menschen zustoßen kann, und wenn wider Erwarten doch, so sehe ich mich in der Lage, darauf einzugehen, so wie mir dies bei neuen Themenbereichen in meiner langjährigen Praxis auch schon früher möglich war.

Bitte machen Sie sich klar, dass es vielleicht Vorgänge sind, die zwar Sie verständlicher Weise schwer belasten können, die mir aber aus anderen Patientenbegegnungen vermutlich gut bekannt sein werden und mir keineswegs peinlich sind. Im Gegenteil: Ich weiß um die Not derjenigen, die „das Unaushaltbare aushalten“ mussten und es – wie viele andere vor Ihnen – doch lernen können, zunächst Unaussprechliches allmählich auszusprechen. Auch Sie können gewissermaßen über Ihren Schatten springen.

Dabei bleibt immer Ihre Selbstbestimmung im Zentrum meiner Bemühungen: Sie werden von mir niemals „zu Ihrem Glück gezwungen“! Denn das wäre sogar höchst kontraproduktiv. Nur motivieren möchte ich Sie, Ihre Seele zu erleichtern.

Besser verständlich wird mein Anliegen, wenn Sie (und auch ich selbst) auf „unser Inneres Kind“ achten lernen. Es braucht Hilfe wie jedes Kind, doch kein Überschüttet- Werden. Dass dabei Augenmaß erforderlich ist und weder Sie noch ich „mit der Tür ins Haus fallen“ oder „das Kind mit dem Bade ausschütten“ sollten, kann so leicht verstanden werden. Vielleicht geht es eher darum, der Gefahr zu begegnen, dass Sie sich selbst überfordern dabei. Doch manchmal kann es tatsächlich auch hilfreich sein, sich rasch „alles“ von der Seele zu reden.


Keine Sorge

Bevor Sie sich dabei allzu sehr verausgaben, frage ich Sie und auch mich, ob Sie (oder Ihr oder mein Inneres Kind) noch können und wollen oder besser an einem nächsten Termin fortsetzen wollen.

Alles dies können Sie verstehen als Arbeitsbasis für Menschlichkeit und „Herzenswärme“. Belastende Erlebnisse und Traumatisierungen werden typischer Weise als unmenschlich und „kalt“ erlebt oder wie eine Dampfwalze, die mich überrollt.

Diese Methode wie fortzusetzen, nur um Ihnen zu „helfen“, ist eine Illusion, die allerdings oft realisiert wird und dann schaden kann. Es geht gerade darum, dies nicht mehr zuzulassen, dass auch „Gut Gemeintes“ Sie (und uns) wie eine Art Gehirnwäsche überrollt, die Sie (wie viele andere) aus Ihrer Vergangenheit in belastender Weise erlebt haben. „Gut gemeint“ ist eben noch lange nicht „gut gemacht“.

Wenn Sie sich jetzt positiv angesprochen fühlen sollten, machen Sie einen Termin und trauen Sie sich, Ihr Anliegen anzusprechen, soweit Sie es für richtig erachten.

Bitte rechnen Sie damit, dass ein erstes fruchtbares Gespräch kaum unter einer halben Stunde gelingen kann. Es muss ja zunächst für Sie erfahrbar werden, dass „die Chemie stimmt“ und Sie sich auf die Situation in unserer Arcadia- Praxisklinik in gesunder Art so einlassen und öffnen können, dass Sie Ihre Selbstbestimmung nicht verlieren. Meist ist der Prozess dann so intensiv, dass eine Stunde wie im Flug zu vergehen scheint.

Gewaltopfer – sie erkennen und behandeln

Menschengemachte Gewalt ist häufig

Gewalt durch Menschen hat bei weitem schwerere Folgen als Unfälle oder Naturkatastrophen. 90 Prozent der infolge von Gewalt durch Menschen traumatisierten Gewaltopfer in Deutschland sind Frauen und Kinder. Männer werden seltener Opfer, doch sind bei ihnen die Folgen manchmal sogar noch schlimmer.

Daher wird mit Recht formuliert:

?Es ist nicht die Frage,?ob Professionelle im Gesundheitswesen Kontakt zu gewaltbetroffenen Frauen in ihrem Berufsalltag haben, sondern lediglich,?wie sie diesen Kontakt gestalten.

Quelle: www.gesine-intervention.de


Vom professionellen Umgang mit Gewaltopfern
Grundregeln

Ernst nehmen. Gewaltopfer müssen ernst genommen werden, selbst wenn sie zunächst nur vorsichtige Andeutungen über ihre Traumatisierung wagen. Abwehrende Bemerkungen seitens ihrer Ärztinnen/ Ärzte werden von Betroffenen häufig zitiert. Sie zeigen jedoch, dass manche Mediziner in dieser weit verbreiteten Thematik unprofessionell vorgehen und überfordert sind.


Simulanten unter Gewaltopfern sind extrem seltene Ausnahmen! Im Gegenteil: Betroffene schämen sich – obwohl Opfer – häufig der von ihnen erlittenen Verletzungen und schweigen in sprachloser Einsamkeit über Jahre, ja Jahrzehnte. Durch abweisende Bemerkungen werden sie wieder in diesen Zustand zurückgestoßen. Das sollte als nicht ärztliches Verhalten eingeordnet werden!


Mut. Jeder Arzt kann z.B. in Fortbildungen lernen, wie er den notwendigen Mut aufbringt, den belastenden Vorgeschichten von Gewaltopfern zuzuhören.


Wärme. Gewaltopfer waren menschlicher „Kälte“ ausgesetzt. Sie brauchen viel menschliche „Wärme“ in Form von Zuwendung, speziell seitens der professionell im Gesundheitsbereich Tätigen. Allein die heute allgemein in der ärztlichen Betreuung fehlende Zeit ist für Gewaltopfer unzumutbar.


Menschenwürde. Wir und unsere Gesellschaft sind dringend aufgerufen, Verbesserungen zu schaffen, damit den Betroffenen wieder zu ihrer Menschenwürde verholfen wird.


Gewaltfolgen
Gewaltkarriere

Gewaltopfern, insbesondere Kindern, wird seitens der Täter signalisiert: „Mit dir kann man es ja machen!“ Dies erfolgt speziell bei Kindern in völlig unbewussten Schichten, doch umso folgenschwerer. Die Folge: mangelndes Selbstvertrauen bis in die Körpersprache, welche zur Folge haben kann, dass es zu erneuten Übergriffen kommt. Gewaltopfer durchlaufen daher nicht selten eine Art tragischer „Karriere“.


Gewalt macht krank

In unzähligen Studien werden stark erhöhte Raten an allen weit verbreiteten Krankheiten nachgewiesen wie z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs, Autoimmunerkrankungen.


Hohe Kosten

Die menschlichen Folgen sind somit noch weit verheerender als die finanziellen, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Ganz abgesehen von der primären Verpflichtung, Gewalt vorzubeugen oder, wenn sie doch eingetreten ist, rasch und umfassend Hilfe bereitzustellen, um zumindest die Folgen für die Opfer zu lindern, wäre die Gesellschaft gut beraten, Gewaltprävention und -bewältigung viel intensiver zu betreiben, um die extrem hohen Folgekosten zu vermeiden.

Dieser Aufgabenbereich wird auch heute noch sträflich vernachlässigt.

Betroffene mit o.g. Diagnosen benötigen zudem oft schwer belastende und sehr teure Behandlungen. Darüber hinaus sind extreme wirtschaftliche Verluste durch lange Arbeitsunfähigkeitszeiten wie häufige Frühberentung nachgewiesen.


Kontakt

arcadia Kassenpraxis

Kassenpraxis Herr Christoph Junge
Im Kurpark 1, 34308 Bad Emstal

Tel. + 49 56 24 - 923 79 0

Christoph Junge