Von Schweden über Kassel nach Bad Emstal

Wie ARCADIA an die Heilquelle kam

In der kleinen Gemeinde Bad Emstal, vor den Toren der Stadt Kassel, hat eine Aufbruchsstimmung Einzug gehalten. Eine Gruppe von inzwischen fünf Ärzten macht sich daran, rund um die Heilquelle des Mineral-Thermalbades im Kurpark ein modernes Gesundheits- und Kurzentrum aufzubauen. Ein umfassendes Konzept ist erarbeitet worden, das sowohl der nordhessischen Bevölkerung, als auch einem internationalen Publikum zur Verfügung stehen soll.

Der Name ist vor 10 Jahren von Dr. Henning Saupe gewählt worden, als er seine „Arkadia-Kliniken“ für komplementäre Medizin in der Nähe von Stockholm/ Schweden begründete. Er ist abgeleitet von der griechischen Landschaft Arkadien und dieser Name stand schon immer für eine Gegend, in der Menschen und Götter zum Wohle von Gesundheit und Lebensfreude zusammenarbeiten und gesunde Lebensformen entwickeln. Dr. Saupe war der erste Arzt in Schweden, der Wärmebehandlungen mit Hilfe modernster Technik (Hyperthermien) einführte und diese zusammen mit Infusionsbehandlungen und weiteren komplementären Methoden der Medizin erfolgreich zur Krebsbehandlung und bei weiteren chronischen Krankheiten einsetzte. Diese Pionierarbeit wurde nach wenig mehr als einem Jahr jäh beendet, als mit fadenscheinigen Argumenten und ohne jegliche wissenschaftliche Diskussion, die Hyperthermie-Behandlung in Schweden verboten wurde. Nach dem ersten Schock über diese Vorgehensweise zog Dr. Saupe die Konsequenzen und beendete seine 10jährige Arbeitszeit in Schweden.

Sein Weg führte zurück in die alte Heimat nach Deutschland, wo sein Freund Dr. Christian Büttner seit 21 Jahren eine Kassenpraxis für Allgemeinmedizin in Kassel führte. Dr. Büttner hatte sich ebenfalls intensiv mit Krebspatienten und anderen chronisch erkrankten Menschen beschäftigt und diese im Rahmen seiner Hausarzttätigkeit mit Methoden der Anthroposophischen Medizin behandelt. Geprägt war seine Tätigkeit durch die jahrelange Beschäftigung mit dem Herzdenken (Heatthink) und den daraus resultierenden Möglichkeiten der Gesundheitsvorsorge und Selbstentwicklung, sowie die intensive Nutzung von Methoden der Psychoonkologie nach Dr. O. Carl Simonton. Die beiden Kollegen gründeten die private Arcadia-Praxis in Kassel und begannen ihre Arbeit mit zwei Helferinnen auf engstem Raum.

Die Arbeit wurde nicht nur in Kassel und Umgebung geschätzt und gesucht. Ein stetig wachsender Strom von Patienten, zunächst aus Schweden und anderen skandinavischen Ländern, fand den Weg in die Arcadia-Praxis. So musste schnell ein neues Domizil gefunden werden: Eine schöne Jugendstil-Villa im Vorderen Westen der Stadt mit Möglichkeiten zur Unterbringung von Patienten im Haus. Damit war die Arcadia-Praxisklinik 2009 geboren, die sich weiter dynamisch entwickelte.

In 2012 war der vierte Entwicklungsschritt in der Arcadia-Geschichte fällig. Mit Christoph Junge, der 20 Jahre erfolgreich eine allgemeinmedizinische Kassenpraxis in direkter Nähe des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke geführt hatte, fand sich ein dritter Kollege, der seine Fähigkeiten in das Arcadia-Team einbringen wollte. Als Anthroposophischer Hausarzt steht er für kleine und große Sorgen des Alltages zur Verfügung und ergänzt mit seiner Arcadia-Kassenpraxis das Angebotsspektrum der Praxisklinik wesentlich. Spezialisiert hat er sich über seine hausärztliche Tätigkeit hinaus auf die Behandlung von traumatisierten Patienten und auf die Salutogenese. Da die Ausbaupläne am alten Standort sich nach intensiven Bemühungen zerschlagen haben, wurde ein neuer Standort „auf der grünen Wiese“ gesucht, an dem die lange gepflegten Pläne für einen umfassenden Kurbetrieb und ein Gesundheitszentrum verwirklicht werden können.

An dieser Stelle kommt der Architekt, Stadtplaner und Entwickler Hans-Ulrich Plaßmann besonders ins Spiel. Schon die Jugendstilvilla in Kassel hatte er mit seinem Team von Grund auf renoviert und fachgerecht für die Arcadia-Ärzte hergerichtet. Von Dr. Büttner beauftragt, machte er sich auf die Suche nach besagter grüner Wiese und wurde schon nach nur einem Tag in Bad Emstal fündig, wo er vor Jahrzehnten an der städteplanerischen Entwicklung des Kurgebietes tätig gewesen war. Hier kann nun die ursprüngliche Vision von einem Kur- und Gesundheitszentrum in gesunder Umgebung auf dem Lande, also in einem arcadischen Umfeld, Wirklichkeit werden! Aber natürlich mussten und müssen noch eine Menge von Hindernissen aus dem Weg geräumt werden, bevor das Ziel erreicht ist. Mit der Sanierung des Bestandsgebäudes im Kurpark und dem großen neuen Anbau ist allerdings jetzt schon eine feste Basis gelegt.

Während der Planungszeit für das neue Domizil im Kurpark wurde deutlich, dass der Fortbestand des Mineral-Thermalbades wegen der schlechten Finanzlage der Gemeinde Bad Emstal akut gefährdet ist. Aus diesem Grunde haben sich die Arcadia Ärzte zusätzlich zu ihren ureigenen Aufgaben entschlossen, auch für diesen Bereich sofort Verantwortung zu übernehmen. Die Arcadia Vita GmbH wurde begründet, um alle nicht-ärztlichen Aktivitäten von Arcadia durchzuführen. Der erste Geschäftführer ist Herr Plaßmann, der sich im Rentenalter neben seiner Architekten-Tätigkeit dieser Herkules-Aufgabe widmet. Zunächst konnte die Arcadia Vita einen 10-Jahres-Vertrag für die Bäderabteilung in der Therme mit der Gemeinde abschließen und daraufhin direkt mit der dringend erforderlichen Renovierung des Gebäudes beginnen. Schrittweise sollen die Aktivitäten der Bäderabteilung ausgebaut werden und durch Gesundheitsangebote und Therapien im und um das Thermalbad erweitert werden. Diesbezüglich wurden eine intensive Zusammenarbeit mit der hessischen Rheumaliga und anderen Einrichtungen begonnen.

Inzwischen sind auch die Planungen für international ausgerichtete 3-wöchige Intensivkuren für Krebspatienten weit vorangeschritten, die in englischer Sprache abgehalten werden. Der erste Kurs wird voraussichtlich Ende August 2014 mit 10 Patienten und deren Angehörigen beginnen. Möglich sind diese Kuren geworden, da sich in 2013 mit Clemens Knoche ein vierter Arzt dem Arcadia-Kollegium angeschlossen hat. Herr Knoche hat sich viele Jahre intensiv mit Ernährungsmedizin und der bestmöglichen Versorgung von schwerkranken Patienten beschäftigt und jahrelange Erfahrung in der Radioonkologie gesammelt. Er bringt eine Vielzahl von diagnostischen und therapeutischen Fähigkeiten mit, die für die Behandlung von ambulanten Patienten wie auch für die Kurpatienten von größter Bedeutung sind. Damit kann jetzt das ganze Spektrum der komplementären Medizin für Patienten aus aller Welt vorgehalten werden. Diese kommen inzwischen nicht nur aus den skandinavischen Ländern, sondern auch aus Amerika, Afrika, Asien und Australien nach Nordhessen. Neben den intensiven Therapien bekommen die Kurgästen zweimal am Tag in Vorträgen und Kleingruppen Schulungen zu allen Fragen des gesunden Lebens, die von den Arcadia-Ärzten gehalten werden.

In einer weniger intensiven Form und für nur 1 bis 2 Wochen, sollen diese Kuren in Zukunft auch anderen Patienten zur Verfügung gestellt werden. Auch sollen nicht nur Krebspatienten, sondern auch andere chronisch erkrankte Menschen von diesen Behandlungen profitieren können. Nicht zuletzt wird es Kuren geben, die zur Gesundheitsstärkung und Förderung der Lebensfreude angeboten werden, auch wenn man noch nicht erkrankt ist. Vorsorge-Untersuchungen in allen Richtungen ergänzen dieses Konzept. Ein Spezialist in dieser Hinsicht ist der fünfte Kollege, der sich den Arcadia-Ärzten jetzt angeschlossen hat: Dr. Norbert Krauss, der zuletzt als internistischer Chefarzt im Kreiskrankenhaus Wolfhagen tätig war. Er ist Gastro-Enterologe, Diabetologe, Ernährungsmediziner und Spezialist für endoskopische Verfahren und Sonographien. Natürlich bringt er aber auch einen großen Erfahrungsschatz bezüglich aller anderen internistischen Diagnoseverfahren und schulmedizinischen Behandlungen mit. Durch die gemeinsame Betreuung von einigen Patienten ist im Lauf des vergangenen Jahres eine intensive und fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten entstanden, die von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist.

Gemeinsames Ziel aller Ärzte ist es, den Patienten bei Arcadia die besten Methoden aus allen Bereichen der Medizin zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört in der Zukunft auch, dass das spezielle Heilwasser aus Bad Emstal therapeutisch genutzt wird. Im Kurpark sollen Rosengarten und Heilpflanzengarten nicht nur zum Lustwandeln genutzt werden, sondern es sollen auch die heimischen Pflanzen zu Tees, Ölen, Badezusätzen, Säften usw. verwendet werden. Im Arcadia-Shop sollen diese, ebenso wie viele andere gesundheitsfördernde Produkte, angeboten werden. Des weiteren ist ein Bienen-Lehrpfad in Planung, damit diese für uns lebenswichtigen Insekten im Kurpark eine Bleibe finden. Auch möchte Dr. Knoche die Api-Therapie (Behandlung mit Bienenprodukten) als zusätzliches Heilverfahren in das Behandlungsspektrum von Arcadia mit einführen. Mit dem Pächter des Quellenhofes im Mineral-Thermalbad ist eine intensive Zusammenarbeit begonnen worden. Ziel ist es, eine gesundheitsfördernde Arcadia-Ernährung für die Kurgäste und Patienten, ebenso wie für die Kursteilnehmer, Badegäste und für die inzwischen fast 30 Mitarbeiter von Arcadia zur Verfügung zu haben.

Die Vision von Arcadia ist es, noch weitere Fachärzte am Ort anzusiedeln, die den besonderen Wert eines solchen Gesundheitszentrums erkennen und diesen aktiv, kollegial und mit Begeisterung fördern wollen. Außerdem sollen Studenten und Kollegen die Möglichkeit haben, sich über das Arcadia-Konzept vor Ort zu informieren und dieses kennen zu lernen; die ersten beiden internationalen Studenten kommen diesen Sommer aus Italien nach Bad Emstal! Jeder Einzelne kann uns helfen, die Aufbruchsstimmung aus Bad Emstal in die Welt zu tragen. Machen Sie mit: Die Medizin soll wieder zu einer Heilkunst werden, welche den Menschen Hoffnung gibt!

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